Wiederherstellung – Theatermonolog

Was tun, wenn plötzlich diese Diagnose im Raum steht? Groß, grell und blinkend, wie die Leuchtreklame auf einem Hochhaus? Wie damit umgehen, dass das Leben nun für immer ein anderes sein wird? Dass du nun einer dieser Körper bist, die nicht wiederhergestellt werden können?

Wiederherstellung erzählt von persönlichen Erfahrungen mit einer existentiellen Erkrankung. Diese bilden die Grundlage für einen übertragbaren Blick auf den Umgang mit tiefen Einschnitten und Umbrüchen im Leben. Aufgeführt wurde das „eindrucksvolle“ Stück im Rahmen der Duisburger Akzente 2017.

Der Beginn:
Ich bin einer dieser Körper.
Einer dieser Körper, der wiederhergestellt werden muss.
Einer dieser Körper, der in seinen alten Zustand gebracht werden soll.
Was auch immer das bedeuten mag.
Am Morgen schäle ich mich mit schwerem Herzen und schmerzenden Gliedern aus dem Bett.
Ich setzte immer das linke Bein zuerst auf und springe dann über meinen Schatten.
Bevor ich das Zimmer oder das Haus verlasse, verabschiede ich mich von allem.
So, als würde ich es zum letzten Mal tun.
Als käme ich nie wieder.
Vielleicht wird es ja auch so sein?
Vielleicht kehre ich nicht wieder dahin zurück, wo ich hergekommen bin.

© alle Rechte bei der Autorin, 2016

Foto: Probenfoto mit Giulia Arnold und Gabrielle Avanzinelli, © Verena Meyer, 2017

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